Nur wenige kennen seinen Namen, dabei gilt Ludwig von Gleichen-Rußwurm – einziger Enkel von Friedrich Schiller – als der erste deutsche Impressionist. Schon der berühmte Kunstkritiker Julius Meier-Graefe pries ihn 1904 als denjenigen Maler, der „zuerst ganz allein den Impressionismus in die deutsche Malerei eingeführt habe“. In der aktuellen Sonderausstellung im Museum im Kulturspeicher geht es um eine Wiederentdeckung dieses bedeutenden, jedoch beinahe vergessenen Künstlers, einem echten Unterfranken, der nur 40 km nördlich von Würzburg im Schloss Greifenstein bei Bonnland aufgewachsen ist und Zeit seines Lebens dorthin zurückkehrte.

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Die Führung zeigt den enormen Spannungsbogen der außergewöhnlichen künstlerischen Entwicklung Gleichen-Rußwurms auf und bietet einen chronologischen Überblick über sein künstlerisches Oeuvre, angefangen von der Weimarer Schule, über Einflüsse der Schule von Barbizon bis hin zu symbolistischen Tendenzen. 1889 gilt als Wendepunkt: plötzlich sind Gleichen-Rußwurms Gemälde und Aquarelle von ungewohnt lichter Farbigkeit und einem pastosen Farbauftrag geprägt. Auch die Sujets verändern sich: vom bäuerlichen Alltag auf dem Land hin zu bürgerlichen und adeligen Spaziergängern in Gärten und Parks. Von herausragender Bedeutung ist auch das druckgrafische Werk, das mit modernen Großstadtthemen äußerst gegenwärtig und ganz impressionistisch ist.
Eine lohnenswerte Ausstellung mit vielen Entdeckungen!

Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden.